Unlängst traf ich mich mit Sebastian, einem meiner Freunde. Im Laufe des Abends beklagte er sich über seinen 14jährigen Sohn Mario. Dieser verweigert das Lernen und hat nur noch Freunde und Computer spielen im Kopf. Sebastian versicherte mir, mit allen Mitteln versucht zu haben, Mario zum Lernen zu animieren. Auf meine Frage: "Wie genau, hast du es versucht?", bekam ich folgende Antwort: "Ich habe ihm erklärt, wie wichtig die Schule für seine Zukunft ist. Als das nichts half, habe ich ihm mit Sanktionen gedroht. Kein Computer spielen, kein Fortgehen mit Freunden. Und ich habe ihm gesagt, wie enttäuscht ich von ihm bin."
WOW. Der arme Junge.
Ich fragte, ob es ihm recht sei, wenn ich einmal mit Mario sprechen würde. Er war einverstanden, obwohl er keinen Sinn darin sah.
Einige Tage später, bei Sebastian, als ich mit Mario kurz alleine war, fragte ich diesen ganz beiläufig, wie es ihm denn so ginge. Die Antwort: "Eh ganz gut, nur die Schule kotzt mich an. Immer nur lernen, keine Zeit für meine Freunde und Computer spielen darf ich auch nicht. Das seh ich nicht ein. Ich will Spaß haben." Seine Physiologie (Mimik und Körpersprache) zeigte mir, das es ihm, beim Gedanken ans Lernen, tatsächlich schlecht ging.
Ich entschied mich, verdeckt zu intervenieren (manipulieren) und sagte: "Das verstehe ich gut. Freunde sind wichtig und Computer spielen macht sicher Spaß. Es ist völlig in Ordnung, wenn dich die Schule ankotzt. Es ist auch ok., wenn du dich zur Zeit gegen das Lernen wehrst, denn je mehr du dich jetzt dagegen wehrst, desto mehr Spaß wird dir das Lernen später machen. Weißt du Mario, früher oder später erkennt jeder die Vorteile einer guten Ausbildung und wieviel Spaß es machen kann, gute Schulnoten zu bekommen."
Mario war irritiert. Und mit dieser, durchaus erwünschten Reaktion, lies ich ihn allein.
Tage später, erzählte mir Sebastian, dass sein Sohn wie ausgewechselt wäre. Er erledigt seine Hausaufgaben, lernt für Prüfungen und findet danach sogar noch Zeit für Freunde und Computer.
Wie kam es dazu?
Als Erstes habe ich, ganz NLP like, Rapport aufgebaut und die Sprache von Mario übernommen (ankotzen, Spaß haben, ...)
Als nächstes habe ich Mario den Druck genommen, indem ich Verständnis für ihn gezeigt habe (Pacing).
Danach habe ich sogenannte hypnotische Sprachmuster (Milton-Modell) verwendet, um Botschaften, an seinem Verstand (Bewusstsein) vorbei, direkt an sein Unbewusstes zu richten. Die Irritation, welche er zeigte, war ein Indiz, dass die Botschaften angekommen waren.
Alles weitere war nur noch eine Frage der Zeit. Sein Unterbewusstsein erledigte den Rest, sodass er heute in der Lage ist, Spaß beim Lernen zu haben. Dadurch erledigt er seine schulischen "Pflichten" schneller und hat noch genügend Zeit für seine persönlichen Bedürfnisse.
Kommt jetzt nicht auf die Idee, diese integere Möglichkeit der NLP Manipulation interessant zu finden und euch damit auseinanderzusetzen. Es könnte euch zwar vor Manipulation bewahren, aber man kann ja schließlich auch Schaden damit anrichten.

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