Ist NLP manipulativ?

Hartnäckig hält sich, in NLP-Gegner-Kreisen, das Gerücht, NLP sei manipulativ. Ebenso hartnäckig leugnen NLP-ler diesen Umstand. Die Wahrheit: Ja, NLP kann manipulativ sein!
Ich trete den Beweis an. Ich werde Menschen aus meinem Umfeld mit NLP-Techniken manipulieren und anschließend die Geschichte posten. Wozu? Nun, früher oder später wirst du erkennen, dass man aus Beispielen lernen kann. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.
     

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Durch NLP früher nach Hause

Unlängst besuchte ich ein Seminar, das mich weniger interessierte als ich ursprünglich annahm. Lag es an mir, oder am, für mich, langweiligen Vortragenden? Ich weiß es nicht. Jedenfalls wollte ich nicht bis zum Ende der Veranstaltung bleiben, was aber notwendig war, um das Zertifikat zu bekommen. Außerdem hatte ich mitbekommen, dass er, der Vortragende, einem Seminarteilnehmer "verbot" früher zu gehen.
   
Was tun, fragte ich mich. Da gibts doch sicher etwas im NLP, das ich nutzen kann. Genau, Milton'sche Sprachmuster. Ich überlegte mir kurz eine nette, wenn auch manipulative, Formulierung meines Anliegens. In der nächsten Pause wartete ich auf einen geeigneten Moment, dann sagte ich zum Vortragenden: "Ich frage mich: Es ist eh in Ordnung für sie, dass ich früher gehe, weil ich habe noch einen wichtigen Termin." Darauf er: "Wie? Ja, natürlich." Ich musste mir, vor dem Pausenende, nur noch mein Zertifikat bei ihm abholen. Bei der Übergabe des Zertifikats sagte er mir noch, dass dies eine Ausnahme sei. Eigentlich vergibt er das Zertifikat nur bei Anwesenheit bis Seminarschluss.

Nun ja, was soll ich euch sagen. NLP macht es möglich.

OK, ich gebe zu, das Warten auf den geeigneten Moment war auch wichtig. Aber schauen wir uns das Ganze, Punkt für Punkt, an.
  1. Ich habe gewartet, bis er mit etwas anderem beschäftigt war, um ihn dann überraschend anzusprechen. Das nennt man ein "Pattern interrupt" (Musterunterbrechung). Bei solch einer Musterunterbrechung nutzt man die Trägheit unseres Gehirns aus. Während dieses noch mit der Verarbeitung der neuen, überraschenden Situation beschäftigt ist, schickt man schon die nächste Information nach. Das löst beim Angesprochenen eine kurze Irritation aus. Auf Rapport habe ich in diesem Fall bewusst verzichtet, um den Überraschungseffekt nicht zu gefährden.
  2. In diese Irritation hinein, habe ich gesagt: "Ich frage mich...". Nun erwartet das Gegenüber eine Frage und stellt sich dementsprechend auf die Beantwortung ein.
  3. Ich aber sagte stattdessen: "..., es ist eh in Ordnung für sie, dass ich früher gehe, ...". Ein weiteres "Pattern interrupt". Statt der erwarteten Frage, kam eine Anweisung.
  4. Zur Absicherung sagte ich noch als Begründung: "...weil ich habe noch einen wichtigen Termin." Das Zauberwort in diesem Satzteil ist das Wort "weil". Dieses alleine genügt, um dem Gehirn zu suggerieren, dass es eine Begründung gibt. Wie diese aussieht, ist nur noch sekundär.

Ja, Leute, so siehts aus, wenn man seine Hausaufgaben in Sachen NLP gemacht hat. Ich habe niemandem geschadet und trotzdem einen Vorteil für mich "ermanipuliert". NLP sei Dank.

Nachsatz: Keiner meiner Beiträge erhebt den Anspruch auf Vollständigkeit und objektiver Wahrheit (die es ohnehin nicht gibt). Es sind vielmehr Gedanken, die meinem Modell der Welt entsprechen. Jedem, der sich selbst ein Bild von NLP machen will, empfehle ich zum einen die Bücherliste in der Sidebar und zum anderen, sich bei einem der guten NLP Ausbildungsstätten über die Möglichkeiten einer Ausbildung zu informieren (Ich sage euch jetzt nicht: "Klickt auf die Werbeeinschaltungen auf dieser Seite. Sie sind eine gute Möglichkeit gleich loszulegen und sich zu informieren", denn das wisst ihr ohnehin).

4 Kommentare:

Vation hat gesagt…

Sehr interessanter Blog, gefällt mir wirklich außerordentlich.
Mach weiter!

Ich beschäftige mich selbst seit einiger Zeit mit NLP, jedoch eher auf theoretischer Basis. Bewusst in Praxis angewendet hab' ich es noch nicht. Aber in gewisser Weise manipuliert jeder Mensch; die einen bewusst, die anderen gekonnt unbewusst.

Dein Blog ist klasse. Er zeigt mir an welchem Punkt NLP bereits anfängt - ich merk' gerade, deine Beispiele haben mein Bewusstsein bereits so umprogrammiert, dass ich viel Stärker auf Signale achte. Oha.

Mach weiter!

Anonym hat gesagt…

Sehr schöne Homepage und ein cooler Blog ;).

(zitat: "..., es ist eh in Ordnung für sie, dass ich früher gehe, ...")

Eines verstehe ich noch nicht,
wie kann es sein das er überhaupt nicht bemerkt hat das du im diese anweisung gegeben hast

"es ist eh in ordnung für sie..."


ich glaube das kommt hier nicht rein aber wäre trozdem cool wenn du mir antworten könntest cold3@web.de

der Manipulator hat gesagt…

Nun, wie schon im Beitrag erwähnt, basiert diese Manipulation darauf, die Trägheit des Gehirns zu nützen. Der Angesprochene ist in einer leichten Trance (seine Aufmerksamkeit ist auf etwas anderes fokussiert). Diesen Moment nützt man um ihn anzusprechen. Die Frage, die ich stelle, beinhaltet einen sogenannten eingebetteten Befehl (es ist eh in Ordnung für sie...), der in den meisten Fällen funktioniert. Wenn dann noch das Wort "weil" nachkommt, um eine Begründung zu suggerieren, ist die Sache meist gegessen.
Es freut mich, dass dir mein Blog gefällt. Wenn ich wieder mehr Zeit habe, werde ich wieder ein paar Experimente starten und posten.

Schau wieder mal rein und vielleicht möchtest du meinen Blog ja an deine Freunde weiterempfehlen.

Smoky hat gesagt…

interessant, ob sowas auch beim türsteher funktioniert :)